Bauanleitung Nisthilfe für heimische Entenarten
ASV Pfungstadt e.V. in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft
Ziel der Maßnahme
Ziel dieser Maßnahme ist die Förderung heimischer Entenarten durch die Schaffung sicherer und naturnaher Brutplätze. Neben der Stockente profitieren auch andere Arten wie Krickente, Schnatterente oder Reiherente von solchen Nisthilfen.
Aufgrund fehlender natürlicher Brutplätze und zunehmender Prädation durch Fuchs, Waschbär oder Marder sind Enten verstärkt auf geschützte Nistmöglichkeiten angewiesen. Durch die erhöhte Bauweise dieser Nisthilfe wird das Risiko des Ausräuberns deutlich reduziert.
Dieses Projekt zeigt zudem, wie Angler und Jäger gemeinsam aktiv Naturschutz betreiben und Verantwortung für unsere Gewässer und deren Tierwelt übernehmen.
Benötigtes Material
- Volierendraht (engmaschig, ca. 10–20 mm)
- Schilfmatten (ca. 3 m pro Nisthilfe)
- Bindedraht
- Kabelbinder (UV-beständig empfohlen)
- stabile Holzbohle (ca. 100–120 cm)
- Schrauben (rostfrei)
- Lochband oder Draht zur Befestigung
- verzinkter Pfostenschuh (z. B. 80 x 80 mm)
- Holzpfosten / Holzspieß (ca. 2,5 - 3,0 m)
- Stroh oder trockenes Naturmaterial (für den Innenraum)
- Werkzeug: Akkuschrauber, Zange, Seitenschneider
Maße der Nisthilfe
- Durchmesser: 28–30 cm
- Länge: ca. 100 cm
- Schilfummantelung: ca. 3 m
Diese Maße sind optimal für heimische Entenarten und verhindern gleichzeitig, dass größere Störer oder Raubtiere leicht Zugriff auf das Nest erhalten.
Bauanleitung
Zunächst wird der Volierendraht auf die passende Größe zugeschnitten und anschließend zu einem Zylinder mit einem Durchmesser von etwa 28 bis 30 cm geformt. Die Stoßkanten werden sauber miteinander verdrillt oder mit Draht fixiert. Wichtig ist, dass keine scharfen Drahtenden überstehen.
Im nächsten Schritt wird die Schilfmatte gleichmäßig um den Drahtzylinder gewickelt. Die Schilfummantelung dient als Tarnung und sorgt dafür, dass die Nisthilfe von den Enten gut angenommen wird. Das Schilf wird mit Bindedraht und Kabelbindern dauerhaft fixiert. Die Struktur sollte dicht, aber natürlich wirken.
Der fertige Korb wird anschließend auf einer stabilen Holzbohle montiert. Hierzu wird der Drahtkörper mittig auf der Bohle positioniert und mit Lochband, Draht oder Schrauben sicher befestigt. Die Konstruktion muss stabil und wackelfrei sein.
An der Unterseite der Holzbohle wird ein verzinkter Pfostenschuh montiert. In diesen wird ein Holzpfosten eingesetzt, der später zur Befestigung im Gewässer dient.
Vor der Installation wird die Nisthilfe im Innenraum locker mit Stroh oder trockenem Naturmaterial ausgelegt. Dies erleichtert den Enten den Nestbau und erhöht die Annahme deutlich.
Aufstellung der Nisthilfe
Die Nisthilfe kann auf zwei Arten angebracht werden:
1. Montage auf Pfosten (empfohlen):
Der Holzpfosten wird im flachen Wasserbereich oder direkt am Ufer in den Boden eingeschlagen. Die Nisthilfe sollte etwa 30 bis 80 cm über der Wasseroberfläche angebracht werden. Diese Variante
bietet den besten Schutz vor Bodenprädatoren.
2. Montage auf vorhandenen Strukturen (z. B. umgestürzte Bäume):
Alternativ kann die Nisthilfe auf stabilen, über dem Wasser liegenden Baumstämmen oder Ästen befestigt werden. Diese Variante ist besonders naturnah und eignet sich gut bei vorhandener Struktur
im Gewässer.
Wichtige Punkte bei der Platzierung
- Öffnung der Nisthilfe immer in Richtung Wasser ausrichten
- Standort möglichst ruhig und störungsarm wählen
- Idealerweise in Bereichen mit natürlicher Deckung (Schilf, Uferbewuchs)
- Nisthilfe leicht nach vorne geneigt (ca. 5–10°) montieren
- Sicherstellen, dass keine Raubtiere von außen Zugang haben
Pflege und Wartung
- Montage außerhalb der Brutzeit durchführen
- Nisthilfe einmal jährlich (z. B. im Herbst) kontrollieren
- Altes Nistmaterial entfernen
- Beschädigungen zeitnah reparieren
Fazit
Mit einfachen Mitteln lässt sich eine effektive Nisthilfe herstellen, die einen wichtigen Beitrag zum Schutz heimischer Entenarten leistet. Die Kombination aus erhöhter Bauweise, natürlicher Tarnung und sicherer Platzierung sorgt für eine hohe Erfolgsquote.
Die gemeinsame Umsetzung durch Angler und Jäger zeigt, wie aktiver Naturschutz in der Praxis funktioniert und nachhaltig zum Erhalt unserer heimischen Tierwelt beiträgt.










